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Ökologie (Tiere und Pflanzen)
ÖKOLOGISCHE GRUNDLAGEN ZUR GRÜNORDNUNGSPLANUNG Auftraggeber: Amt für Umweltschutz, Stuttgart 3.2.1. Streuobstwiese am Rohrer Weg / Bestand 3.3. FLORA UND VEGETATION (BLÜTENPFLANZEN) Gesamtartenzahl Im Untersuchungsgebiet wurden insges. 230 Blütenpflanzen (incl.Gehölze) notiert. Davon sind 17 Arten mit großer Wahrscheinlichkeit angepflanzt oder ausgesät. Für das Stadtgebiet Stuttgarts können als relativ selten eingestuft werden (vgl. Flora Stuttgart, Seybold 1969; Stadtbiotopkartierung, Kunick 1983) u.a. :
3.4.3.Empfehlungen Um einen sicheren Schutz zu gewährleisten, muß der gesamte Streuobstbestand in seiner jetzigen Größe erhalten bleiben. Schon geringfügige Eingriffe können wesentliche nachteilige Veränderungen der Standortsverhältnisse zur Folge haben. Eine Bewirtschaftung im bisher üblichen Rahmen ist für den Erhalt ausreichend. weitere Pflegerichtlinien, insbes. Eingriffe, die unbedingt unterbleiben sollten, sind im Gutachten Prübling (NEBEL,M. 1990) aufgeführt.
3.5.1. Bestand Avifauna Artenzahl: Artenzusammensetzung: Gruppe der Streuobstwiesen Sie ist charakterisiert u.a. durch insektenfressende, anspruchsvolle Höhlen und Halbhöhlenbrüter wie Gartenrotschwanz, Buntspecht, Wendehals, Grauschnäpper, Kleiber, Gartenbaumläufer und Sumpfmeise. Diese Gruppe ist noch sehr artenreich, aber individuenarm vertreten. Der Vergleich der beiden Streuobstwiesen "Rohrer Weg" und bei den “Breitäckern" (südl. Straßenbahndepot) zeigt, daß bestimmte Charakterarten dieses Biotoptyps aufgrund ihrer Revieransprüche oder ihrer Störungsempfindlichkeit auf Mindestareale angewiesen sind. Werden diese unterschritten, so fallen bestimmte Arten aus. Die große Zahl der Gäste (40 Arten, im Vergleich zu nur 32 im Greutter Wald und 19 am Birkacher Osthang) belegt die außerordentliche Bedeutung der Streuobstwiese als Nahrungsgebiet.
Seltene Arten: Nachgewiesen wurde (1989/90) das Brutvogelvorkommen von:
Für Stuttgart selten sind: Feldlerche (RL stuttg. 3) 4 Paare
3.5.4.Empfehlungen Avifauna Aufgrund der derzeitigen Funktion als seltener Vogelbiotop im Stuttgarter Stadtgebiet und der Ausstattung ist die Streuobstfläche am Rohrer Weg schutzwürdig. Eine Ausweisung als NSG wird empfohlen. Durch Pflege und Sicherungsmaßnahmen (Erhalt des Höhlenbestandes, abgestufte Wiesenmahd, Biozidverbot, Auflagen zur Erholungsnutzung wie Betretungsverbot und Leinenzwang während der Brutzeit) kann der aktuelle Bestand erhalten werden. Aufgrund der geringen Flächengröße und der isolierten Lage kann das Artenspektrum jedoch kaum erweitert werden.
3.6 Laufkäfer und xylobionte Käfer 3.6.2.Bewertung Gesamtgebiet Im Vergleich mit anderen, ähnlich strukturierten Gebieten hebt sich das Untersuchungsgebiet deutlich durch höhere Artenzahlen, durch einen höheren Anteil spezifischer Arten, die nur hier vorkommen, und durch einige Seltenheiten und geschützte Arten ab.
3.7. STECHIMMEN (WILDBIENEN UND WESPEN) Artenzahl: Seltene Arten: 7 (davon 6 RL-Arten)
3.9. TAGFALTER, WIDDERCHEN 3.9.1.Bestand Tagfalter, Widderchen Artenzahl:
4.GESAMTBEWERTUNG 4.1. WERTVOLLE TEILFLÄCHEN UND BIOTOPE Aufgrund der Kriterien zum Biotopwert wie Alter / Unersetzlichkeit, Repräsentativität, Flächengröße und Lagewert, strukturreichtum und Hemerobie (Grad des menschlichen Kultureinflusses) und den Kriterien zum Artenbestand wie Lebensraumqualität (Vollebensraum, Teillebensraum), Vorkommen landschaftstypischer, hochspezialisierter, seltener/gefährdeter Arten und Artenreichtum (Artenzahl und Individuenzahl) ergeben sich für die Teilflächen folgende Gesamtbewertungl Rangfolge: I Streuobstwiese am Rohrerweg Def.:benötigt bezogen auf Menschenleben sehr lange Zeiträume, um sich zu differenzieren und beherbergt viele hochspezialisierte spezifische Arten.
Unersetzlicher Lebensraum: Die Streuobstwiese am Rohrer Weg ist der einzige landschaftstypische ältere (ca. 100 Jahre alt.) Biotoptyp, der aufgrund der Größe der Fläche und länger anhaltender, gleichbleibend extensiver Nutzung (geringer Hemerobiegrad) sich soweit ausdifferenzieren konnte, dass er aktuell hochspezialisierte oder spezifische Arten und gefährdete (d.h. RL Arten) beherbergt, die nur hier vorkommen (Moose, Vögel, xylobionte Käfer, Stechimmen). Aufgrund des Alters und seiner Lage am Stuttgarter Stadtrand kann dieser Biotop als unersetzlich eingeschätzt werden.
4.2. INTEGRIERTE BEWERTUNG DER STREUOBSTWIESE AM ROHRER WEG Die Streuobstwiese am Rohrer Weg ist im regionalen, gesamtstädtischen Vergleich und im Vergleich mit den anderen Teilflächen des Untersuchungsgebiets von herausragender Bedeutung. Durch den Vergleich mit den vier anderen in Stuttgart noch verbleibenden Streuobstwiesen ähnlicher Grösse und Ausstattung konnte nachgewiesen werden, dass das Streuobstgebiet am Rohrer Weg in verschiedener Hinsicht gleiche Qualitäten wie beiden Naturschutzgebiete Greutterwald und Plieninger Heidäcker aufweist, obwohl die Fläche geringer ist und die Lage isoliert.
6.2.EMPFEHLUNGEN ZU: STREUOBSTWIESE ROHRER WEG/ BAUGEBIET 6.2.1.Naturschutz (Biotop und Artenschutz) Aus der Sicht der Artengruppen Moose, Vögel, Laufkäfer und Wildbienen ist die gesamte Fläche der Streuobstwiese am Rohrer Weg naturschutzwürdig.
Eine Ausweisung als Naturschutzgebiet wird empfohlen
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