STUTTGARTER ZEITUNG vom 12.01.2005

    Kulturland vor Flächenfraß bewahren

    Naturschützer legen Liste vor

    Dass der Rohrer Weg nicht bebaut wird, feiern die Naturschutzverbände auch als ihren Erfolg. Nun streiten sie gegen einen weiteren “Flächenfraß" in Stuttgart. Der Wohnungsbau, so argumentieren sie, befriedige vor allem die Wohlstandsnachfrage.

    Von Erik Raidt

    Mehrere Naturschutzverbände haben gestern das Aus für viele geplante Neubaugebiete in der Stadt gefordert. In einer Liste präsentierten sie 23 Gebiete, die aus ihrer Sicht landschaftlich so wertvoll sind, dass sie nicht dem Wohnungsbau geopfert werden sollten. Damit wollen sie eine Fläche von knapp 70 Hektar, die bisher im Flächennutzungsplan für Wohnprojekte vorgesehen sind, aus ökologischen Gründen schützen. “Die Stadt führt immer die Wohnungsnot ins Feld, aber es gibt genügend Wohnungen", sagte Joseph Michl vom Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) Stuttgart.

    Der Bund, die Stuttgarter Gruppe des Naturschutzbundes (Nabu) und der Landesnaturschutzbund (LNV) setzen sich für die Nutzung bestehender, aber nicht genutzter Flächen in der Stadt ein. “Es muss untersucht werden, warum so viele Wohnungen leer stehen, und was dagegen getan werden kann", sagte Rudolf Pfleiderer vom LNV Stuttgart. Die Umweltschützer sehen ihre Position durch die Entscheidung über den Rohrer Weg gestärkt: Boris Palmer (Grüne) hatte seinen Rückzug bei der OB-Wahl unter anderem davon abhängig gemacht, dass der Rohrer Weg nicht bebaut wird. Die CDU änderte daraufhin ihre ursprüngliche Haltung in dieser Frage. Das Gebiet in Möhringen wird nun als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

    In Stuttgart seien zwischen 1972 und 2002 rund 62 600 neue Wohnungen gebaut worden, rechnet der BUND vor. Im gleichen Zeitraum sei die Bevölkerungszahl jedoch um rund 65 100 Einwohner geschrumpft. Daraus folgert Joseph Michl: “Der Wohnungsbau dient vor allem der Befriedigung der Wohlstandsnachfrage." Folgende geplante neue Wohnbaugebiete sollen aus Sicht der Umweltschützer verhindert werden: die Hohlgrabenäcker zwischen Zazenhausen und Zuffenhausen, das Gebiet Langenäcker-Wiesert in Stammheim und das Gebiet Beim Schafhaus in Mühlhaüsen. Bei weiteren 18 Gebieten sprächen ökologische Gründe gegen ejne Wohnbebauung.

    “Viele dieser Gebiete sind Beispiele für typische Stuttgarter Kulturlandschaften, die keinesfalls bebaut werden dürfen", sagte Peter-Christian Quetz vom Nabu. Die Umweltschützer führen die Erhaltung von Streuobstwiesen, Kleingärten und Weinbergen sowie den Klimaschutz als Gründe an. Sie fordern, dass Subventionen von Grundstücken gestrichen werden. Die Versiegelung von Flächen könnte nach ihrer Ansicht durch eine Steuer gestoppt werden. Einkommensschwache sollten dafür mehr Wohngeld erhalten.

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    STUTTGARTER ZEITUNG vom 28.01.2005

    Die CDU soll auch weiterhin auf Ökopfaden wandeln

    Der Fall “Rohrer Weg" hat Folgen: SPD-Fraktion will Union mit pfiffigem Antrag zwingen, schutzwürdige Flächen nicht zu bebauen

     

    Das bei der Oberbürgermeisterwahl den Grünen zugestandene Wahlgeschenk “Rohrer Weg" bereitet der Stuttgarter CDU nachhaltige Kopfschmerzen. Ein pfiffiger Antrag der SPD-Fraktion, weitere ökologisch wichtige Flächen nicht zu bebauen, hat diese nur noch verstärkt.
     

    Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt

    Bei der CDU-Basis in Möhringen und in anderen Stadtbezirken herrscht immer noch tiefe Verunsicherung. Den plötzlichen Klimawechsel in Sachen Rohrer Weg hat die Basis als Abkehr von bisher hoch gehaltenen Tugenden empfunden. Wie berichtet, hatte Boris Palmer, der nach dem ersten Wahlgang aussichtslose OB-Kandidat der Grünen, mit Amtsinhaber Wolfgang Schuster den Verzicht auf den Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern im Gewann Rohrer Weg ausgekungelt. Zum Dank gab es eine inoffizielle Wahlempfehlung des Grünen für den Schwarzen.

    Der von der SPD und verärgerten Palmer-Wählern als Kuhhandel gebrandmarkte Deal war auch innerhalb der CDU umstritten. Die Fraktion und der davon überraschte Finanzbürgermeister Michael Föll, der sich stets für

    das Baugebiet Rohrer Weg stark gemacht hatte, zeigten sich vergrätzt, stimmten schwarzgrünen Handel aber zu. Schließlich ging es im Oktober 2004 für die Christdemokraten um den Machterhalt im Rathaus.

    Die wegen des Erhalts des wichtigen Frischluftgebiets zufriedenen, wegen des Kuhhandels aber vergrätzten Genossen sannen auf Seitenhiebe. Sie fanden einen listigen Weg, um die CDU zu bewegen, weiterhin auf Ökopfaden zu wandeln: Ende 2004 verlangten sie in einem Antrag eilten Baustopp für sieben weitere ökologisch wertvolle Flächen im Stadtgebiet. Nur wer dafür stimme, hieß es listig, Icönne dafür sorgen, dass der Beschluss zum Rohrer Weg nicht als “einseitiges Wahlgeschenk" missverstanden werde.

    “Da tut sich kein Rucker mehr"

    “Der Antrag viel Wirbel gemacht", weiß ein Kenner der Verhältnisse im Rathaus. Immerhin: Mitte Februar soll es eine mündliche Antwort im Ausschuss für Umwelt und Technik geben. Nach Ansicht der SPD müssen die im Flächennutzungsplan 2010 als schützenswerte Flächen ausgewiesenen Gebiete Goslarer Straße in Weilimdorf, Unten im Dorf und Esslinger Berg in Uhlbach, Nördliche

    Dietbachäcker/Dietbachstraße in Untertürkheim, Bächlenweg in Hedelfingen, Äußere Bainde in Feuerbach und die Schlossbergstraße in Kaltental nicht mehr als Baugebiete ausgewiesen werden.

    Den Bedarf an Wohnungen können diese zwischen 3,2 und 0,1 Hektar großen Handtücher nicht einmal ansatzweise decken. Wer dort sein Heim errichten möchte, müsste bei Preisen zwischen 500 bis 700 Euro je Quadratmeter mehr als einen Bausparvertrag mitbringen. “Da tut sich seit 30 Jahren kein Rucker mehr", heißt es in der Verwaltung. “Einige Besitzer wollen verkaufen, andere auf keinen Fall." Der Interessenkonflikt zwischen den unterschiedlichen Parteien sei oft noch größer als am Rohrer Weg.

    Es geht um viel Geld: Mit den schutzwürdigen Gebieten wollten auch Erben endlich Kasse machen, heißt es im Rathaus. Und das geerbte Stückle sei als Baugebiet für 600 Euro je Quadratmeter halt attraktiver als ein Gütle mit Biosiegel, das /höchstens 15 Euro einbringe. Bei Baubeschlüssen sei aber massiver Ärger mit Anwohnern garantiert.

    In Weilimdorf haben sich auch CDU-Mitglieder bereits entschieden: Der Bezirksbeirat hat eine Bebauung an der Goslarer Straße einstimmig abgelehnt und verlangt, diese

    Frischluftschneise zu erhalten. Das freut auch die Verwaltung, die das 0,8 Hektar große Gebiet als unverzichtbare Biotopverbindung zum Naturschutzgebiet Lemberg einstuft. Als ebenso kritisch gilt das im Bereich Thüringer Waldstraße in Feuerbach gelegene Gebiet Äußere Bainde. “Als Baugebiet heiß umstritten", heißt es im Rathaus. Zudem gilt die Äußere Bainde bei der Stadt als schwer erschließbar. “Als Baugebiet beerdigen", empfehlen die Amtsstuben. Lediglich die Nördlichen Dietbachäcker/Dietbachstraße in Untertürkheim und der Bächlenweg in Hedelfingen könnten ein paar Häuser verkraften.

    Rathaus rechnet mit Kompromiss

    Für CDU-Stadtrat Roland Schmid war die Entscheidung der Fraktion zum Rohrer Weg kein Richtungswechsel, sondern ein Einzelfall. Über den SPD-Antrag werde man noch reden. “Wir haben die Ausweisung dieser Baugebiete beantragt", stellt Schmid klar.

    In der Sache rechnet das Rathaus dennoch mit einem Kompromiss: “Ein Teil der Flächen werde wohl nicht bebaut." Die CDU könne das ökologische Mäntelchen dass sie sich am Rohrer Weg umgehängt habe, schließlich nicht einfach wieder ausziehen.

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    FILDER-ZEITUNG vom 22.04.2005

    Baumnachwuchs am Rohrer Weg

    Möhringen (kab). Am vergangenen Samstag hat die Schutzgemeinschaft Rohrer Weg auf den Streuobstwiesen am Rohrer Weg zwei Apfelbäume gepflanzt. Die Jungbäume der Sorten “Goldparmäne" und “Topas" sind eine Spende des Förderkreises “Stuttgarter Apfelsaft" und sollen zur Verjüngung des vorhandenen Baumbestandes beitragen. Wie berichtet, wurden die Streuobstwiesen und Felder am Rohrer Weg dem Landschaftsschutzgebiet Glemswald zugeschlagen und dürfen deshalb nicht bebaut werden. Das Gebiet gilt als “Kaltluftschneise", die für das Stuttgarter Klima wichtig ist. Für Fragen steht Norbert Michel von der Schutzgemeinschaft Rohrer Weg unter Telefon 71 11 02 zur Verfügung.

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    FILDER-ZEITUNG vom 22.07.2005

    Ortbauplan von 1942 macht Bauwilligen Hoffnung

    Nach dem Scheitern der Wohnungsbaus am Rohrer Weg liegen nun doch Bauvoranfragen für einen Streifen westlich der Udamstraße vor


    Möhringen. Kommt die umstrittene Wohnbebauung am Rohrer Weg doch noch durch die Hintertür? Das fragen sich manche Anlieger des Areals, seit bekannt wurde, dass ein Bebauungsplan aus dem Jahr 1942 existiert, der offenbar den Bau von Wohnungen auf einem schmalen Streifen entlang der Udamstraße erlaubt. Die Stadt will nun mit einem neuen Bebauungsplan das alte Recht außer Kraft setzen.

    Die Planungen für das rund zehn Hektar große Areal am westlichen Rand des Stadtbezirks wurden durch den OB-Wahlkampf 2004 zu einem Politikum ersten Ranges. Unter dem Eindruck einer breiten Protestbewegung aus Anliegern und Naturschützern hatte Amtsinhaber Wolfgang Schuster (CDU) mit seinem Kontrahenten Boris Palmer (Grüne) nach dem ersten Wahlgang eine Vereinbarung ausgehandelt, die den Verzicht auf eine Bebauung am Rohrer Weg festschrieb.



    Der folgende Rückzug des Grünen-Kandidaten und seine Wahlempfehlung für Schuster brachte dem Rathaus-Chef allein in Möhringen zehn Prozent Stimmen mehr gegenüber dem ersten Durchgang. Nur zähneknirschend hatte anschließend die CDU-Fraktion zugestimmt, die als Kaltluftschneise ökologisch wertvollen Streuobstwiesen und Felder zwischen dem Sindelbach und dem Möhringer Freibad dem Landschaftsschutzgebiet Glemswald zuzuschlagen. Das entsprechende Verfahren beim Regierungs- präsidium Stuttgart läuft derzeit noch.

    Die enttäuschten Grundstücksbesitzer gaben jedoch nicht auf. Ihre Recherchen haben nun einen Ortsbauplan der damals noch "selbstständigen Gemeinde Möhringen aus dem Jahr 1942 zu Tage gefördert, der nach ihrer Auffassung rechtsgültig ist und auf dessen Grundlage bereits die bestehende Bebauung östlich der Udamstraße erfolgte. Entsprechende Änderungen dieses Plans hinsichtlich eines Ausbaus der Udamstraße wurden zwar 1961 beschlossen - allerdings in nicht öffentlicher Sitzung des Gemeinderats. Laut Verwaltungsgerichtsurteil sind sie damit nichtig. „Der Rechtsanspruch auf Bauen ist zweifellos vorhanden", argumentiert Joachim Wenzelburger, Sprecher der bauwilligen Grundstücks- eigentümer.

    Die Verwaltung hat da zumindest ihre Zweifel: In der Vorlage, die der Ausschuss für Umwelt und Technik am vergangenen Dienstag zunächst zurückgestellt hat, heißt es, es bestehe keine eindeutige Rechtsklarheit hinsichtlich,des Baurechts von 1942. Gleichwohl will die Verwaltung nunmehr einen neuen „Bebauungsplan Landschaftsraum Udamstraße" - diesmal in öffentlicher Sitzung - beschließen lassen, der das Gebiet als landwirtschaftlich genutzte Fläche ausweist und so auch die Bebauung des zirka 30 Meter breiten Randstreifens der Udamstraße unmöglich machen würde. Da bereits zwei Bauanfragen für Grundstücke nördlich der Rohrer Straße vorliegen, sah sich das Stadtplanungsamt zu diesem Schritt gezwungen, um ein Restrisiko auszuschließen.

    Der Stuttgarter CDU-Fraktionschef Reinhold Uhl erklärte auf Anfrage, es handele sich um eine rein rechtliche und nicht um eine politische Entscheidung. Auf die Stadt könnten im Fall einer Ablehnung der Bauvoranfragen Schadensersatzansprüche zukommen. Uhl betonte, es gehe ausschließlich um einen „ganz schmalen Streifen" östlich der Udamstraße, die Streuobstwiesen würden von der Planung nicht tangiert. Eine Rückkehr zu den umstrittenen großflächigen Bauplänen am Rohrer Weg schloss der Fraktionsvorsitzende aus.

    Nach Recherchen unserer Zeitung wäre von einer möglichen Bebauung allerdings auch eine dreieckförmige, bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche am südlichen Ende der Udamstraße betroffen. Ob dem Möhringer Biobauern, dem dieses Gelände gehört, Tauschgrundstücke offeriert werden könnten, ist unklar.     Thomas Braun

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    FILDER-ZEITUNG vom 27.07.2005

Obstwiesen einmal mehr Zankapfel


    Heftiger Schlagabtausch im Gemeinderat über Bauen am Rohrer Weg -
    OB steht zu seinem Wort

    Möhringen. CDU, FDP und Freie Wähler wollen die Frage der Bebauung entlang der Udamstraße am Rohrer Weg juristisch klären lassen. Die Verwaltung solle Anfragen potenzieller Bauherrn, die sich auf einen angeblich rechtsgültigen Bebauungsplan aus dem Jahr 1942 berufen, ablehnen und so den Weg für einen Gerichtsent-scheid frei machen.

    Wie berichtet, hatten die bauwilligen Grundstücksbesitzer am Rohrer Weg alte Pläne aus dem Dritten Reich ausgegraben, die die Bebauung eines schmalen, zirka 30 Meter breiten Streifens westlich der Udamstraße vorsiehen. Obwohl die Verwaltung der Auffassung ist, dass die mehr als 60 Jahre alte Planung längst überholt ist, hatte sie in der vergangenen Woche im Ausschuss für Umwelt und Technik einen „Bebauungsplan Landschaftsraum Udamstraße" eingebracht, der den Randstreifen des Gebiets am Rohrer Weg ein für alle Mal als landwirtschaftlich genutzte Fläche ausweisen und vor einer künftigen Bebauung schützen soll.

    Noch vor Jahresfrist hatte die CDU im Zuge des OB-Wahlkampfs zähneknirschend der Umwidmung der Felder und Streuobstwiesen im Möhringer Westen als Landschaftsschutzgebiet zugestimmt. Das entsprechende Verfahren wird derzeit vom Re-gierungspräsidium betrieben. Vorausgegangen war eine Absprache zwischen OB Wolfgang Schuster und dem .Grünen-Kandidaten im ersten Wahlgang, Boris Palmer, worin sich Schuster und das damalige Führungspersonal der CDU-Fraktion schwarz auf weiß  verpflichtet hatten, auf Wohnungsbau in der von Umweltexperten als ökologisch wertvoll eingestuften Kaltluftzone zu verzichten. Die Folge: Palmer zog seine Kanidatur zurück, Schuster triumphierte über seine SPD-Herausforderin Ute Kumpf und legte dabei in Möhringen um zehn Prozent Wählerstimmen zu.

    Der neue Fraktionschef der Christdemokraten im Stuttgarter Rathaus Reinhold Uhl, schon immer ein erklärter Befürworter der Bebauung am Rohrer Weg, sieht nun offenbar die Chance gekommen, zumindest einen Teil der Streuobstwiesen doch noch mit Häusern bebauen zu lassen. Obwohl Uhl auf Anfrage unserer Zeitung erklärt hatte, die Obstbäume seien von den Plänen der Antragssteiler nicht betroffen, zeigen vorliegende Skizzen, dass den zwischen Sindelbach und Rohrer Straße geplanten Häusern sehr wohl zumindest ein Teil der, Bäume geopfert werden müsste.

    In der gestrigen UTA-Sitzung jedenfalls ließ die CDU im Verein mit FDP und Freien Wählern kein gutes Haar an der Verwaltung und dem zuständigen Baubürgermeister Matthias Hahn. Von „Taschenspielertricks" war die Rede, mit denen die Eigentümer um ihr 1942 verbrieftes Baurecht und um ihr in Form von Grundstücken erspartes Vermögen gebracht werden sollten. Die Sache müsse nun juristisch geklärt werden. SPD und Grüne hielten dagegen und warfen der CDU vor, die Absprache zwischen Schuster und Palmer aushebeln zu wollen. Ursula Marx (Grüne) sprach von einem „absurdem Theater", mit dem die CDU die Hintertür für eine Bebauung des Rohrer Wegs öffnen wolle. Pure „Klientelpolitik" sei das, was CDU und „die F-Parteien" da betreiben, keilte Marx zurück. SPD-Stadträtin Blind warnte ebenfalls vor einem „Verlust an Glaubwürdigkeit". Die Position des Gemeinderats zum Thema Bauen am Rohrer Weg sei „eine politische und keine rechtliche Frage". Die CDU wolle offenbar die von ihr seinerzeit mitgetragene Entscheidung, das rund zehn Hektar große Areal dem Landschaftsschutzgebiet Glems-wald zuzuschlagen, wieder revidieren.

    OB Schuster ließ inzwischen über seinen Sprecher Stephan Schorn erklären, für ihn gelte das, was er mit Boris Palmer im Wahlkampf vereinbart habe. Nach Ansicht des OB sei der Beschluss „politisch falsch", einen rechtlichen Anspruch auf Bebauung gebe es nicht. Die Schutzgemeinschaft Rohrer Weg macht derweil mobil: Schon vor drei Jahren durften Bundestagskandidaten die Wiesen am Rohrer Weg kennen lernen, Nicht auszuschließen ist, dass sich dort auch in den nächsten Wochen die Bewerber aller politischen Couleur die Klinke in die Hand geben. Thomas Braun

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    STUTTGARTER ZEITUNG vom 25.08.2005

    Rohrer Weg ist Schutzgebiet
    Grund: Vögel und Kaltluft

    Das Regierungspräsidium hat auf Antrag der Stadt Stuttgart das Streuobstgebiet am Rohrer Weg unter Landschaftsschutz gestellt. Das bestehende Schutzgebiet Glemswald wird so um Teilbereiche der Gewanne Sindelbach, Rohrer Weg und Ölwiese erweitert.

    „Wir halten die Unterschutzstellung des Bereichs Rohrer Weg für erforderlich zum Erhalt der vielfältigen Lebensräume für Tier- und Pflanzenwelt, zur Sicherung der Klimafunktion und der Aufrechterhaltung der Erholungsfunktion für die Allgemeinheit im stark belasteten Verdichtungsraum Stuttgart. Die herausragende Bedeutung dieser Fläche zeigt sich insbesondere an der dort vorhandenen artenreichen Vogelwelt." So begründet Regierungspräsident Udo Andriof die Maßnahme.

    Die Diskussion über die dort ursprünglich geplante Wohnbebauung, die von OB Wolfgang Schuster im Zuge, des OB-Wahlkampfs zurückgenommen wurde, ist damit endgültig vom Tisch. Für bemerkenswert hält das Regierungspräsidium nicht nur den markanten Anteil an Birnbäumen auf dem Streuobstgebiet, sondern auch die ungewöhnlich hohe Anzahl an Vogelarten: 73 verschiedene Arten sind dort ansässig, 29 davon stehen in der Roten Liste, darunter zwölf Brutvogelarten. Viele durchziehende Vögel benutzen das Gebiet auch zur Rast sowie zur Überwinterung. Auch selten gewordene Tiere wie Mittelspecht, Wendehals und Rebhuhn können dort beobachtet werden.

    Mit der Erweiterung auf den Rohrer Weg ist das 13428 Hektar große Landschaftsschutzgebiet Glemswald das größte im Regierungsbezirk Stuttgart. Die landwirtschaftliche Nutzung ist aber weiter erlaubt.    ja
     

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    FILDER-ZEITUNG vom 26.08.2005

Rohrer Weg steht unter Landschaftsschutz

    Regierungspräsidium beendet Diskussion um Randbebauung im Möhringer Westen
     

    Möhringen. Das Stuttgarter Regierungspräsidium (RP) hat die Felder und Streuobstwiesen am Rohrer Weg dem Landschaftsschutzgebiet Glemswald angegliedert. Damit dürfte sich die wieder aufgeflammte Diskussion um Wohnungsbau an dieser Stelle erledigt haben.

    Noch vor ein paar Tagen hatte die Schutz- gemeinschaft Rohrer Weg an Oberbürgermeister Wolfgang Schuster appelliert, alles dafür zu tun, dass die Streuobstwiesen und Felder am Rohrer Weg endgültig und rasch unter Schutz gestellt werden. In einem Schreiben an den neuen Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Stuttgarter Gemeinderat, Reinhold Uhl, hatte die Bürgerinitiative zugleich heftige Kritik an der „Kehrtwende" der Christdemokraten in Sachen Wohnbebauung geübt.

        Wie berichtet hatte die Mehrheit der so genannten bürgerlichen Parteien im Rathaus vor der Sommerpause die Aufstellung eines Bebauungsplans verhindert, der das Aus für jegliche Baupläne am Möhringer Westrand bedeutet hätte. Grund waren zwei Bauvoranfragen für einen zirka 30 Meter breiten Streifen entlang der Udamstraße, die sich auf einen Ortsbauplan aus dem Jahr 1942 berufen hatten. CDU-Fraktionschef Uhl hatte darauf seinerzeit erklärt, die CDU wolle den Rechtsanspruch der Eigentümer auf Bebauung ihrer Grundstücke gerichtlich geklärt wissen.

        Dementsprechend wertet die Schutzgemeinschaft die Entscheidung des RP als großen Erfolg. „Wir sind sehr zufrieden und haben schon eine Flasche geköpft", erzählt der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Rüdiger Reinboth. Aus dem vorliegenden Plan, der die Abgrenzung des erweiterten Landschaftsschutzgebiets markiert, ergibt sich, dass auch jener 30 Meter-Streifen westlich der Udamstraße künftig unter Schutz steht.

        Auf Nachfrage sagte eine Sprecherin des RP, die Behörde sei bezüglich der Rechtsgültigkeit des Ortsbauplans aus dem Dritten Reich zur gleichen Rechtsauffassung gelangt wie die Stuttgarter Stadtverwaltung. Diese hatte auf Anfrage der SPD bereits im November 2002 erklärt, dass sie das alte Baurecht für „nichtig" halte und sich daraus kein Bauanspruch ableiten lasse.

        Baubürgermeister Matthias Hahn erklärte, die Stadt werde nach dem Beschluss des Regierungspräsidiums die zwei vorliegenden Bauanfragen für Grundstücke in den Streuobstwiesen ablehnen.- „Wir fühlen uns natürlich durch das RP in unserer Auffassung bestätigt." Nun steht den bauwilligen Grundstückseigentümern nur noch der Rechtsweg offen. Ob sie diesen angesichts der Eindeutigkeit des RP-Bescheids beschreiten werden, ist offen - der Sprecher der Eigentümergemeinschaft war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.   Thomas Braun

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      STUTTGARTER WOCHENBLATT vom 01.09.2005
      Schätze vor der Haustür gewürdigt

      Regierungspräsidium stellt das Gebiet “Rohrer Weg” unter Landschaftsschutz - Schutzgemeinschaft “hochzufrieden und glücklich”

    Als „Etappensieg" bezeichnet die Schutzgemeinschaft Rohrer Weg die Unterschutzstellung des gleichnamigen Gebietes durch das Regierungspräsidium. Die Umweltschützer wollen sich nun für ein Pflege- und Entwicklungskonzept für den „Rohrer Weg" stark machen.

    * MÖHRINGEN - „Hochzufrieden und glücklich", so der Erste Vorsitzende Rüdiger Reinboth, ist die Schutzgemeinschaft Rohrer Weg mit der Ernennung des Gebiets „Rohrer Weg" Zum Landschaftsschutzgebiet durch das Regierungspräsidium (RP). Die Freude der engagierten Umweltschützer ist umso größer, hatte es doch vor der Sommerpause erneut Diskussionen im Gemeinderat über die am westlichen Ortsrand von Möhringen gelegene Fläche gegeben. Die Mehrheit der bürgerlichen Parteien vereitelte die Aufstellung eines Bebauungsplans, der eine Wohnbebauung auf der 10,2 Hektar großen Fläche unmöglich gemacht hätte. Auslöser: Zwei Bauanfragen für einen rund 30 Meter breiten Streifen entlang der Udamstraße, die sich auf einen Ortsbauplan von 1942 beriefen. CDU-Fraktionschef Reinhold Uhl erklärte daraufhin, seine Partei wolle den Rechtsanspruch der Eigentümer bezüglich einer Bebauung ihrer Grundstücke klären lassen. Das wiederum rief die Schutzgemeinschaft auf den Plan. 2002 mit dem Ziel gegründet, jegliche Bebauung der ökologisch wertvollen Streuobstwiesen zu verhindern, machten sie ihrer Verärgerung Luft und übten in einem Schreiben an Uhl Kritik an der „Kehrtwende" der Christdemokraten in Sachen Wohnbebauung.

    Taten müssen folgen

    Doch durch das „positive Signal" des RP das Gebiet „Rohrer Weg" unter Landschaftsschutz zu stellen und damit „alle Handlungen zu verbieten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen" - wie es in der Erklärung heißt - will die Schutzgemeinschaft was gewesen ist vergessen und nach vorne blicken. Zumal das RP die Auffassung der Stadt teile, dass der Ortsbauplan von 1942 unwirksam sei und es somit für den Streifen entlang der Udamstraße kein bestehendes Baurecht gebe, so Monika Mayr, Sprecherin des RP.

    Die ökologische und klimatische Bedeutung des Gebietes, die von der Schutzgemeinschaft immer wieder hervorgehoben wurde, habe das RP mit der Ernennung zum Landschaftsschutzgebiet anerkannt, sagt die stellvertretende Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Hannelore Wagner. Regierungspräsident Udo Andriof meint dazu: „Wir halten die Unterschutzstellung des Bereichs „Rohrer Weg" für erforderlich zum Erhalt der vielfältigen Lebensräume für die Tier- und Pflanzenwelt, zur Sicherung der Klimafunktion und der Aufrechterhaltung der Erholungsfunktion für die Allgemeinheit im stark belasteten Verdichtungsraum Stuttgart."

    Diesem „richtigen Signal" müssten nun Taten folgen, meint Rüdiger Reinboth. „Jetzt werden wir dahingehend appellieren, dass etwas für die Fläche getan wird." Die Erstellung eines Pflege-und Entwicklungskonzept schwebt Reinboth vor. Vorstellen könnte er sich Baumpatenschaften und ein Vermarktungskonzept, um die Äpfel der Streuobstwiesen zum beliebten Stuttgarter Apfelsaft vermosten zu lassen. Auch eine Zusammenarbeit mit Schulen sei denkbar, sagt Hannelore Wagner, um die Kinder durch Begehungen des Landschaftsschutzgebiets „zu sensibilisieren für die Schätze vor der Haustür". Denn schließlich ginge es der Schutzgemeinschaft mit ihrem Engagement für den Erhalt der Streuobstwiesen auch um eine Nachhaltigkeit im Hinblick auf spätere Generationen.
    Doch all dies seien noch „Visionen", betont Rüdiger Reinboth. Müssten doch die Eigentümer einverstanden sein mit allen Aktionen. „Wir wollen ihnen nicht reinreden, sondern lediglich Anregungen geben", sagt der Erste Vorsitzende der Schutzgemeinschaft.

    Mit der Ernennung zum Landschaftsschutzgebiet sei zwar das „primäre Schutzziel" erreicht, so Reinboth, doch die Schutzgemeinschaft werde auch weiterhin darauf drängen, dass der „Rohrer Weg" zum Naturschutzgebiet ausgerufen wird. Denn im Gegensatz zum Landschaftsschutzgebiet, bei dem im Ausnahmefall Grenzen verschoben und eine Bebauung dadurch nicht ganz ausgeschlossen sei, so Monika Mayr, wäre dies bei einem Naturschutzgebiet nicht möglich. Ob der „Rohrer Weg" zum Naturschutzgebiet erhoben wird, ist derzeit noch unklar, sagt die Sprecherin des RP. „Eine Prüfung steht noch aus."     de

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    FILDER-ZEITUNG vom 04.03.2006

    Streuobstwiesen fürs koreanische Fernsehen

    Asiatisches Filmteam dreht in der Industriestadt Stuttgart - Grünen-Politiker Boris Palmer gibt Interview am Rohrer Weg

    Möhringen/Vaihingen. Ein Filmteam aus Korea ist zur Zeit in Stuttgart unterwegs. Kwan-Soo Kim und Jaeoh Yi vom Korean Broadcasting System drehen einen Dokumentarfilm. Gestern statteten sie den Streuobstwiesen am Rohrer Weg einen Besuch ab.

    Von Kai Müller

    Mitten zwischen den Obstbäumen steht ein großformatiger Papierblock, der auf einem Gestell befestigt ist. Auf diesem soll der Grünen-Politiker Boris Palmer bildlich darstellen, warum die Flächen am Rohrer Weg nicht bebaut werden dürfen. Geschwind zeichnet der Landtagsabgeordnete einige Strich auf das Papier und spricht von "air-stream". Doch ganz zufrieden ist Jaeoh Yi damit nicht. Er ist für die Sparte Wissenschaft und Umwelt beim Korean Broadcasting System, dem größten öffentlich-rechtlichen Sender des asiatischen Landes, tätig. Derzeit ist Yi mit seinem Kameramann Kim und der Journalistin Guiyong Han in Stuttgart unterwegs. Gestern drehte das Team auf den Streuobstwiesen am Rohrer Weg und befragte außer dem Grünen-Politiker auch Mitglieder der Schutzgemeinschaft.

    Den Filmdreh eingefädelt hat Guiyong Han, die in Möhringen lebt und von dort aus für verschiedene Zeitungen in Korea unter anderem über das Thema Umwelt schreibt. Für ihre koreanischen Landsleute spielt sie die Dolmetscherin und spricht mit den Interviewpartnern, “Stuttgart kennt man in Korea, vor allem Daimler-Chrysler und Bosch", erklärt Han. Im geplanten Dokumentarfilm geht es in erster Linie um die Industriestadt Stuttgart und ihre zahlreichen Grünzüge: “Dort gibt es viel Wald in der Stadt, das kennt man in Korea nicht." Den Streit um den Rohrer Weg hat Han als Möhringerin hautnah miterlebt: “Ich fand das ein gutes Beispiel." Der fertige Film, in dem weitere Städte der Erde vorgestellt werden, wird im ersten koreanischen Fernsehen zu sehen sein und rund 50 Minuten dauern. Die zeichnerischen Fertigkeiten Boris Palmers überzeugen den Leiter des koreanischen Filmteams nicht Der Grünen-Politiker drückt derweil aufs Tempo, der nächste Termin wartet bereits. Palmer wird verkabelt und beantwortet Fragen. “Warum haben die Grünen mit der CDU beim Rohrer Weg eine Vereinbarung getroffen?", fragt Han den Politiker. Der verweist auf die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat. Während er zur Stadtbahnhaltestelle spurtet, schnappt sich Ursula Minges von der Schutzgemeinschaft Rohrer Weg den Stift und beginnt mit einer neuen Zeichnung, malt Bäume aufs Papier, zeichnet Straßen sowie die Stadtbahnlinie ein und erklärt, wie der Wind in Richtung Stadt weht. Ihre Mitstreiter Kurt Braun, Hannelore Wagner und Regine Gauckler schauen zu. Der Kameramann Kwan-Soo Kim filmt alles mit, und auch der Produktionsleiter Yi scheint zufrieden. Danach wird reihum gefragt. Geduldig beantworten die Mitglieder der Schutzgemeinschaft Fragen zur Unterschriftensammlung und erklären, was ein Landschaftsschutzgebiet ist.

    Da bleibt fast keine Zeit, auch noch auf die Pflanzaktion hinzuweisen, welche die Schutzgemeinschaft Rohrer Weg zusammen mit dem Förderkreis Stuttgarter Apfelsaft anbietet. Die beiden Vereine geben kostenlos junge Hochbaumstämme an Interessenten ab. Sie übernehmen zudem das Pflanzen und die so genannten Erziehungsschnitte in den ersten fünf bis zehn Jahren. Das Angebot ist für alle Möhringer Streuobstwiesen gedacht.

    Das koreanische Kamerateam hat sich aber in Stuttgart nicht nur über Obstbäume informiert, sondern unter anderem auch den Rohrer Waldkindergarten sowie das Forstamt besucht und mit einem Klimatologen gesprochen. Der Besuch einer Nordic-Walking-Gruppe stand ebenfalls auf dem Drehplan der koreanischen Dokumentarfilmer.

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    FILDER-ZEITUNG vom 03.04.2006

     Junge Bäume für die Streuobstwiesen am Rohrer Weg

Möhringen (sib). Der Förderverein Stuttgarter Apfelsaft und die Schutzgemeinschaft Rohrer Weg haben kürzlich 22 Obstbäume für Möhringer Streuobstwiesen gespendet. Dies entspricht einem Gegenwert von rund 850 Euro. 15 der Bäume wurden vorgestern am Rohrer Weg gepflanzt, unter anderem alte Sorten wie Palmischbirnen, Börtlinger Weinapfel und Gewürzluiken. Bei der Pflanzaktion geholfen haben Norbert Michel und Ursula Minges von der Schutzgemeinschaft, Tobias Hörlein, der die Bäume pflegen wird, mit den Kindern Paul und Johannes, sowie die Grünen-Stadträtin und Vorsitzende des Fördervereins Stuttgarter Apfelsaft, Doris Peppler-Kelka (von links).

Foto: Simone Bürkle

 

 

 

 

 

    STUTTGARTER WOCHENBLATT vom 06.04.2006

    Erst Worte, dann Taten
     
    21 Bäumchen haben die Schutzgemeinschaft Rohrer Weg und Apfelsaft-Förderkreis gepflanzt

    MÖHRINGEN - Fleißig sind sie gewesen, die Damen und Herren der Schutzgemeinschaft Rohrer Weg, die Gemeinderätin und Vorsitzende des Förderkreises Stuttgarter Apfelsaft Doris Peppler-Kelka und Tobias Hörlein, von der Hausbrennerei Hörlein. Insgesamt 21 Bäumchen haben sie vor kurzem gepflanzt. Einen in den Hüttenäckern bei der Möhringer Jugendfarm, einen Im Sternhäule, vier im Schlegelacker beim Sonnenberger Hallenbad und 15 Bäumchen wurden in die Erde der Streuobstwiesen am Rohrer Weg gesetzt. Davon sind sieben Birnbäume, sechs Apfelbäume und zwei Zwetschgen- bäume.

    „Es hat so viel Überzeugungsarbeit gekostet", sagt Doris Peppler-Kelka, „die Streuobstwiesen zu erhalten." Jetzt sollten die Menschen auch sehen, dass nicht nur geredet wurde, sondern auch Tatkraft folge, begründet sie die Pflanzaktion. Die Bäumchen, die von Tobias Hörlein gepflegt werden - der frühestens in sechs bis zehn Jahren die Früchte seiner Arbeit ernten kann - sind je zur Hälfte vom Förderkreis Stuttgarter Apfelsaft und der Schutzgemeinschaft Rohrer Weg gespendet worden. Die 21 Bäumchen haben insgesamt 850 Euro ge- kostet.                                                                   de 


     

    Norbert Michels und Ursula Minges von der Schutzgemein- schaft Rohrer Weg, Tobias Hörlein sowie Stadträtin Doris Peppler-Kelka (v.l.) wurden tatkräftig von Johannes Hörlein und dessen Freund unterstützt.  Foto: de
     

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    Filder-Zeitung vom 17.11.2006:

    Die Ruhe am Rohrer Weg ist schon wieder dahin

    Eigentümer klagen - Stadt: Bebauungsplan aus NS-Zeit obsolet

    Möhringen. Der Streit um die Bebauung der Felder und Streuobstweisen am Rohrer Weg droht wieder aufzuflammen: Mehrere Grundstückseigentümer wollen sich mit dem Bauverbot nicht abfinden und haben vor dem Stuttgarter Verwaltungsgericht Klage eingereicht.

    Von Thomas Braun

    Als im August vergangenen Jahres das Regierungspräsidium Stuttgart nach jahrelangem Hickhack um vermeintliche Bauansprüche und Grundstücksumlegungen das circa zehn Hektar große Areal offiziell ins Landschaftsschutzgebiet Glemswald eingliederte, hatten bei der Schutzgemeinschaft Rohrer Weg, die jahrelang gegen die geplante Bebauung opponiert hatte, die Sektkorken geknallt. Die Pläne, in der Kaltluftschneise ein Wohnquartier zu errichten, schienen ein für alle Mal ad acta gelegt. Dies hatten zuvor bereits der Rathauschef Wolfgang Schuster (CDU) und sein Kontrahent von den Grünen, Boris Palmer hatte daraufhin vor dem  zweiten Wahlgang seine Unterstützung für den Amtsinhaber erklärt.
        Schon damals freilich hielt sich bei den bauwilligen Grundstücksbesitzern der Frust über die Niederlage in Grenzen. Der Grund: Ein alter Ortsbauplan aus dem Jahr 1942, der nach ihrer Auffassung einen Rechtsanspruch aufs Bauen begründet. Zwar waren entsprechende Änderungen des Planungsrechts hinsichtlich einer Randbebauung der Udamstraße 1961 vom Stuttgarter Gemeinderat beschlossen worden - allerdings in nicht öffentlicher Sitzung. Laut Verwaltungsgerichtsurteil wäre der Beschluss somit nichtig.
        Nach Recherchen der Filder-Zeitung haben insgesamt vier Kläger, darunter drei Erbengemeinschaften, unter Berufung auf die Bebauungspläne aus der Nazizeit im Januar Klage vor dem Stuttgarter Verwaltungsgericht erhoben. Der Geltungsbereich der Plane erstreckt sich freilich nicht nur auf die Grundstücke im nördlichen Teil des Areals, also die Streuobstwiesen. Vielmehr ist ein circa 30 Meter breiter Streifen entlang der Udamstraße betroffen, der insgesamt circa 20 Grundstücke umfasst. Ein erster Ortstermin hat vor wenigen Tagen stattgefunden, die mit Plänen und Kameras durchs Unterholz pirschenden Richter, Rechtsanwälte und Kläger waren den Anliegern nicht verborgen geblieben. Im Frühjahr 2007 wird die Klage vor einer Kammer des Verwaltungsgerichts verhandelt, die Eigentümer wollen sich damit einen so genannten Bauvorbescheid erstreiten.
         Die Stadt als Beklagte bleibt freilich bei ihrer Rechtsauffassung. „Das Planungsrecht von 1942 ist obsolet, und die Mehrheit des Gemeinderats hält eine Bebauung an dieser Stelle für unerwünscht", so Stuttgarts Bau-
    und Umweltbürgermeister Matthias Hahn. Möhringens Bezirksvorsteher Jürgen Lohmann kann zwar nachvollziehen, dass die Eigentümer vor Gericht für ihre Interessen kämpfen, würde aber „eine Inselbebauung im Bereich der Streuobstwiesen bedauern".
        Der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Rohrer Weg, Rüdiger Reinboth, zeigt sich überrascht von der Entwicklung: „Eigentlich wollten wir die Wogen mit unseren Streuobstsammlungen am Rohrer Weg glätten." Nun aber werde man „auf jeden Fall" auch zu weiteren Protestaktionen aufrufen.
     

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